6.8. Lerninhalt

6.8.1. Was ist ein Lerninhalt?

Der Begriff "Lerninhalt" hat für verschiedene Nutzer unterschiedliche Bedeutungen, jede und jeder versteht etwas anderes: Abhängig von Fachgebiet, Tradition und Lehrpersonen variieren die Namen für Lerninhalte von Content über Modul bis zu Lernschritt. Auch die jeweilige Grösse (Granularität) der einzelnen Lerninhalte sowie deren multimediale Aufbereitung können sich beträchtlich unterscheiden.

Damit Sie Ihren Lerninhalt möglichst flexibel und auf Ihr Fachgebiet angepasst erstellen können, bietet Ihnen OLAT folgende Möglichkeiten:

  • Sie können Ihren Lerninhalt extern (ausserhalb von OLAT) erstellen.

  • Bilder, Filmsequenzen und Flash-Inhalte lassen sich problemlos in Ihren Lerninhalt einbinden.

  • Die Granularität Ihres Lerninhaltes können Sie selber frei bestimmen.

Die einzige Bedingung ist, dass Sie Ihre Lerninhalte oder Teile des Lerninhalts als HTML-Dateien, im IMS-CP-Format (Instructional Management Systems Content Packaging Format, Version 1.1.2) oder im SCORM-Format (Sharable Courseware Object Reference Model, Version 1.2) abspeichern.

Dieser Abschnitt - Lerninhalt - unterstützt Sie dabei und erklärt Ihnen zudem was das IMS-CP-Format für Vorteile mit sich bringt.

6.8.2. Wie erstelle ich meinen Lerninhalt?

Sie können Ihren Lerninhalt mit irgendeinem Editor (HTML-, XML-, Texteditor) erstellen.

6.8.2.1. Kann ich meinen Lerninhalt mit meinem gewohnten HTML-Editor erstellen?

Selbstverständlich können Sie Ihren Lerninhalt mit Ihrem bekannten HTML-Editor erstellen.

6.8.2.2. Kann ich mit einem OLAT-eigenen HTML-Editor meinen Lerninhalt erstellen?

In OLAT integriert finden Sie einen einfachen Open Source Editor genannt TinyMCE. Der TinyMCE-Editor eignet sich zum Erstellen einfacher HTML-Seiten z.B. einer textlastigen Willkommensseite. Zum Erstellen komplexer Lerninhalte benutzen Sie besser einen externen Editor (wie beispielsweise Dreamweaver oder GoLive).

Achtung: Mit einem externen Editor erstellte HTML-Dateien sollten weder mit dem TinyMCE-Editor geöffnet noch weiterbearbeitet werden. Bereits durch das Öffnen werden gewisse HTML-Tags überschrieben und die Datei nicht mehr lesbar.

Achtung: TinyMCE wird von Safari nicht unterstützt, wenn Sie mit einem Mac arbeiten und den OLAT internen Editor verwenden möchten, müssen Sie Firefox als Browser installieren.

6.8.3. Was kann ich alles in meinen Lerninhalt einbauen?

Ob es sich bei Ihrem Lerninhalt um eine Einzelseite oder um ein Content Packaging handelt, spielt vom Prinzip des Aufbaus der HTML-Seiten her, keine Rolle: Es handelt sich um einzelne oder mehrere HTML-Dokumente, die Mediadateien referenzieren können, Referenzen und ev. Java-Scripts enthalten. Wie Sie Ihren Lerninhalt zusammenstellen, ist Ihnen überlassen. Die Form, wie die Seiten in OLAT abgelegt werden unterscheidet sich. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Sie legen Ihr HTML-Dokument als Einzelseite, mit den dazugehörigen Dateien (z.B. Bilder) in den Kursablageordner ab. Natürlich kann es sich dabei auch um eine Index-Seite handeln, aus der Sie auf andere einzelne HTML-Dokumente referenzieren. Mit Hilfe des Bausteins "Einzelne Seite" binden Sie die Einzelseite in Ihrem Kurs ein.

  • Sie packen Ihre HTML-Seiten mit allen dazugehörigen Daten in ein Content Packaging. Dieses importieren Sie in die Lernressourcen. Mit dem Baustein "CP-Lerninhalt" binden Sie das Content Packaging in Ihrem Kurs ein.

Grundsätzlich können Sie einfache HTML-Elemente (z.B. Mediadateien) in einem Lerninhalt, der in OLAT angezeigt werden soll, einbauen. Sie können auch Java-Scripte einbauen, z.B. um ein PopUp-Fenster zu generieren oder die Darstellung Ihrer Seite über eigene CSS-Definitionen steuern. Für den Einbau von Java-Script und die Verwendung von CSS sind OLAT-Besonderheiten zu beachten, die in diesem Kapitel erörtert werden.

6.8.3.1. Menu und Navigation

Es gibt verschiedene Arten von Navigationen, auf verschiedenen Ebenen, die bei der Darstellung eines Lerninhalts zum Tragen kommen können:

  • Die Kursnavigation: Sie bildet den Ablauf der ganzen Veranstaltung ab. Aus dem Lerninhalt können Sie auf einzelne Kursbausteine desselben oder eines anderen Kurses verlinken. Die nötigen Informationen dazu finden Sie in der kontextsensitiven Hilfe in jedem Baustein auf dem Tab "Beschreibung" unter dem Punkt "Link auf diesen Kursbaustein setzen".

  • Die Navigation der einzelnen Lernmodule: Content Packaging, SCORM: Die Navigation, die sich durch das Zusammenstellen Ihres Moduls ergibt. Im Content Packaging haben Sie verschiedene Möglichkeiten Ihr Modul zu strukturieren, z.B. Indexseite -> Unterkapitel 1 -> Seite 1, Seite 2 etc. Die Navigation erfolgt auf Grund Ihrer festgelegten Datenstruktur. Mit welchen Navigationselementen Ihr Modul in OLAT dargestellt werden soll, können Sie im betreffenden Kursbaustein selber bestimmen und unter "Darstellung, Darstellungsoptionen" konfigurieren.

  • Die Navigation innerhalb des Lerninhalts: z.B. Von einer Seite des Content Packagings auf eine andere Seite desselben Content Packagings.

6.8.3.2. Link zwischen zwei CP-Lerninhalten - nicht möglich

Jedes Content Packaging ist ein in sich abgeschlossenes Packet. Ein Content Packaging kann zwischen Lernplattformen, die den Standard unterstützen, ausgetauscht werden. Damit die Austauschbarkeit gewährleistet bleibt, kann nicht aus einem Content Packaging in ein anderes Content Packaging verlinkt werden.

6.8.3.3. Einbau von Bilder-, Video- und Flashdateien

Bilder im Content Packaging: Sie haben Ihre HTML-Site erstellt. Es besteht eine Ordnerstruktur mit HTML-Dokumenten und Mediadaten, z.B. Bildern (.gif, .jpg). Sie erstellen das Content Packaging mit Hilfe des Reload-Editors. Die Bilder werden zusammen mit den HTML-Dateien ins Content Packaging "gepackt". Weitere Informationen zum Content Packaging unter dem Punkt: "Welche Möglichkeiten gibt es, um ein IMS-Content-Package (CP) zu erstellen?"

Bilder in der Einzelseite: Sie legen Ihr HTML-Dokument, das Bilder referenziert, zusammen mit den referenzierten Bilddateien (.gif, .jpg), im Kursablageordner oder im Ressourcenordner ab. Im Kurs muss das HTML-Dokument vom Baustein "Einzelne Seite" referenziert werden.

Movies im Content Packaging: Sie haben Ihre HTML-Site erstellt. Es besteht eine Ordnerstruktur mit HTML-Dokumenten und Mediadaten, z.B. Movies (.mov). Sie erstellen das Content Packaging mit Hilfe des Reload-Editors. Die Movies werden zusammen mit den HTML-Dateien ins Content Packaging "gepackt". Weitere Informationen zum Content Packaging unter dem Punkt: Manuelles Erstellen eines CP mit Standardsoftware Schritt für Schritt.

Movies in der Einzelseite: Sie legen Ihr HTML-Dokument, das Movies referenziert, zusammen mit den referenzierten Moviedateien (.mov), im Kursablageordner oder im Ressourcenordner ab. Im Kurs muss das HTML-Dokument vom Baustein "Einzelne Seite" referenziert werden.

Flash-Dateien im Content Packaging: Sie haben Ihre HTML-Site erstellt. Es besteht eine Ordnerstruktur mit HTML-Dokumenten und Mediadaten, z.B. Flashdateien (.swf). Sie erstellen das Content Packaging mit Hilfe des Reload-Editors. Die Flashdateien werden zusammen mit den HTML-Dateien ins Content Packaging "gepackt". Weitere Informationen zum Content Packaging unter dem Punkt: "Welche Möglichkeiten gibt es, um ein IMS-Content-Package (CP) zu erstellen?".

Flash-Dateien in der Einzelseite: Sie legen Ihr HTML-Dokument, das Flash-Dateien referenziert, zusammen mit den referenzierten Flash-Dateien (.swf), im Kursablageordner oder im Ressourcenordner ab. Im Kurs muss das HTML-Dokument vom Baustein "Einzelne Seite" referenziert werden.

6.8.3.4. Einbau von JavaScript

Im Lerninhalt kann an verschiedenen Orten JavaScript eingebunden werden:

  • im Content Packaging

  • In der Einzelseite

Im Inhalt einer HTML-Seite kann JavaScript problemlos eingebaut werden. Wird JavaScript im Head einer Seite eingebaut, ist Folgendes zu beachten: Alles was OLAT im Head findet wird von OLAT anderweitig organisiert. Wird z.B. in einem JavaScript, das im Head der Einzelseite platziert wird, ein PopUp-Fenster mit neuem HTML-Dokument generiert, müssen die Script-, Head- und Body-Tags, sowie die Onload-Tags auseinander genommen und mit Hochkommas getrennt werden, damit OLAT diese Tags nicht erkennen kann (writeln(' <html><he'+'ad>');). Damit wird vermieden, dass der Head-Tag, schon im Head des Hauptdokuments von OLAT interpretiert wird. Er soll erst im Popup-Fenster interpretiert werden.

Verständnisfragen: Den JavaScript-Code, der Ihnen der Test- und Fragebogeneditor für die Verständnisfrage generiert, können Sie an allen Orten, wo Sie JavaScript einbinden können, einfügen.

6.8.3.5. Einbau von CSS im Lerninhalt

CSS im Content Packaging: Die CSS-Dateien werden zusammen mit den normalen HTML-Dateien in ein Content-Packaging gepackt. Weitere Informationen zum Content Packaging unter dem Punkt: Manuelles Erstellen eines CP mit Standardsoftware Schritt für Schritt.

CSS in der Einzelseite: Ihre CSS-Definitionen legen Sie zusammen mit Ihrer Einzelseite im Ablageordner des Kurses ab.

Wie verhält sich OLAT beim Anzeigen einer HTML-Seite, die CSS referenziert? - Um die HTML-Seite innerhalb von OLAT anzuzeigen, organisiert OLAT die Seite neu. OLAT zeigt die HTML-Seite als Inhalt an. Style-Definitionen, die für den Body- und den HTML-Tag in der HTML-Seite angeben worden sind, kommen nicht zum Tragen. Wenn CSS-Definitionen für Elemente innerhalb der Body-Tags angegeben sind, werden diese angewendet. Sind keine CSS-Definitionen im CSS-File oder innerhalb der HTML-Seite angegeben, werden die CSS-Definitionen von OLAT angewendet.

Tipp: Wenn Sie Ihr Dokument mit einer Hintergrundfarbe dargestellt haben möchten, legen sie eine Tabelle um den Inhalt der HTML-Seite (alles, was sich zwischen den Body-Tags befindet) und definieren für diese Tabelle eine Hintergrundfarbe.

6.8.3.6. Einbau von PHP und JSP: nicht möglich

Der Einbau von PHP und JSP (Java Server Pages) ist in OLAT nicht möglich. PHP- oder JSP-Seiten, die auf einem anderen Server liegen, können mit Hilfe des Kursbausteins "Externe Seite" in einem Kurs verfügbar gemacht werden.

6.8.4. In welchem Format muss ich meinen Lerninhalt für OLAT abspeichern?

Sie müssen Ihren Lerninhalt als IMS-Content-Package abspeichern, damit Sie ihn in einen OLAT-Kurs einbauen können.

Content Packaging (CP) ist ein Standardformat von IMS (IMS Global Learning Consortium). Weitere Informationen finden Sie unter IMS-Content-Packaging . Der Standard stellt eine offene Spezifikation für Lerninhalte dar und ermöglicht damit den Austausch dieser IMS-CP-konformen Lerninhalte zwischen verschiedenen Learning Management Systemen.

Das Abspeichern als IMS-Content-Package bedeutet für Sie keinen grossen Mehraufwand. Sie müssen Ihrem Lerninhalt (HTML, PDF, Bilder usw.) eine zusätzliche Datei hinzufügen. Diese so genannte Beschreibungsdatei hat den Namen "imsmanifest.xml" und kann von externen Editoren automatisch erstellt werden. Schliesslich müssen Sie alles, den Lerninhalt und die Beschreibungsdatei, zippen. Ihr Lerninhalt liegt damit im IMS-CP-Format vor und kann in OLAT importiert werden.

6.8.5. Warum soll ich meinen Lerninhalt als IMS-Content-Package (CP) aufbereiten?

Lerninhalte, die über eine einzelne Datei, wie z.B. ein PDF Dokument oder ein einzelnes Bild hinausgehen, sollten in einer einheitlichen Form gesammelt, gebündelt und verwaltet werden können. Dies bietet der IMS Standard mit dem offenen, wieder verwendbaren und austauschbaren Content-Packaging-Format.

Ein Content Package besteht aus einer Sammlung von Dateien in einem oder verschiedenen Formaten (HTML, Bilder, Filme, PDF usw.), die über eine Beschreibungsdatei (imsmanifest.xml) zusammengehalten und verwaltet werden. Die Datei "imsmanifest.xml" enthält die Verknüpfungs- und Beschreibungsinformationen des gesamten Content-Packages.

Um ein solches Content-Package zu erstellen, brauchen Sie im Prinzip keine spezielle Software. Ein Content-Package kann mit Standardwerkzeugen, die auf jedem Rechner installiert sind, erstellt werden. Zusätzliche Software bietet Ihnen jedoch grösseren Komfort und schnellere Ergebnisse.

Die wichtigsten Vorteile einer Bündelung und Beschreibung der Lerninhalte durch das Content-Packaging Standardformat sind:

  • Ein Content Package präsentiert sich dem Benutzer (z.B. dem Lernenden) als übersichtliche, einfach zu navigierende Einheit.

  • Die Wiederverwendbarkeit des Content Package in verschiedenen Lernplattformen (LMS) die den IMS CP-Standard unterstützen ist gewährleistet.

  • Lerneinheiten können durch Versionsmanagement und Metainformationen einfacher verwaltet und geändert werden.

  • Als Autor sind Sie nur für die Inhalte verantwortlich, die Navigation, Präsentation und Metainformationen werden über den Standard definiert.

6.8.6. Welche Möglichkeiten gibt es, um ein IMS-Content-Package (CP) zu erstellen?

Sie können Ihren Lerninhalt mit unterschiedlich starker Softwareunterstützung in ein Content Package (CP) umwandeln. Entweder können Sie mit einem HTML-Editor, einem Texteditor und einem Komprimierungsprogramm ein CP erstellen, oder Sie können mit speziellen Tools, z.B. einem HTML-Editor und einem speziellen Beschreibungsdatei-Editor (Reload-Editor) oder mit einem speziellen Plugin für den HTML-Editor Dreamweaver, Ihren Lerninhalt in ein CP umwandeln. Die drei nachfolgenden Abschnitte beschreiben die einzelnen Möglichkeiten detaillierter.

6.8.6.1. Content Packaging mit Standardsoftware

In diesem Zusammenhang bedeutet Standardsoftware: HTML-Editor, Texteditor und Komprimierungsprogramm. Sie erstellen den Lerninhalt mit einem HTML-Editor. Die Beschreibungsdatei "imsmanifest.xml" erzeugen Sie manuell mit einem Texteditor. Zuletzt werden alle Dateien zusammen in einem Archiv (Zip) abgelegt.

Der Vorteil ist, dass Sie in der Regel auf jedem Rechner über die notwendigen Werkzeuge verfügen und dass Sie schnell eine Änderung am CP vornehmen können.

Der Nachteil ist, dass das manuelle Erstellen und Ändern der Beschreibungsdatei "imsmanifest.xml" fehleranfällig ist und Sie sich zuerst mit der Struktur dieser Datei vertraut machen müssen.

6.8.6.2. Content Packaging mit Plugin für den HTML-Editor "Dreamweaver"

Der kommerzielle HTML-Editor Dreamweaver von Macromedia eignet sich gut für die professionelle Gestaltung von Webseiten.

Dreamweaver bietet ein Plugin an, mit dem Sie aus Dreamweaver heraus Content Packages erstellen können. Sie können also gleichzeitig Ihren HTML-Lerninhalt und die Beschreibungsdatei "imsmanifest.xml" erstellen und schliesslich beides in ein Zip-Format verpacken.

Ab der Version 1.1.0 funktioniert das Plugin fehlerfrei. Sie können es hier herunterladen. Rufen Sie die Rubrik "Learning" auf und wählen Sie den "Content Packager for IMS" aus.

6.8.6.3. Content Packaging mit Beschreibungsdatei-Editor (Reload-Editor)

Mit dem Beschreibungsdatei-Editor "Reload" können Sie über eine grafische Oberfläche die Beschreibungsdatei "imsmanifest.xml" erzeugen und den Inhalt abändern. Den Lerninhalt selber erstellen Sie nicht mit dem Reload-Editor, sondern mit einem beliebigen HTML-Editor.

Der Reload-Editor ist frei erhältlich. Sie können ihn hier herunterladen und lokal auf Ihrem Rechner installieren.

Wir empfehlen Ihnen, den Reload-Editor zu benutzen, da Sie damit effizient und schnell zum Ziel gelangen.

6.8.7. Manuelles Erstellen eines CP mit Standardsoftware Schritt für Schritt

Wir raten Ihnen davon ab, das CP manuell zu erstellen; einfacher und bequemer geht es mit dem Reload-Editor oder mit dem Dreamweaver Plugin. Wollen Sie Ihr CP trotzdem manuell erstellen, finden Sie nachfolgend eine kurze Erklärung.

Sie erfahren, wie ein CP und vor allem die Beschreibungsdatei (imsmanifest.xml) aufgebaut sind, damit Sie anschliessend eine Beschreibungsdatei erstellen und sie zusammen mit Ihren HTML-Seiten mit Bildern zu einem Content Package zusammenfassen können.

Als Werkzeuge brauchen Sie einen HTML-Editor, z.B. (Mozilla Composer), einen Texteditor und ein Komprimierungsprogramm (für ZIP-Format).

Laden Sie sich das Beispiel-CP, herunter und entzippen Sie es. Sie finden das Beispiel-CP mit dem Namen beispielcp.zip im Ordner "CP-File Beispiel", den Sie links im Menu wählen können. Nachdem Sie das File entzippt haben, sehen Sie im Archiv die folgenden Dateien:

Abbildung 6.1. Inhalt eines Content Packages

Inhalt eines Content Packages

Um Ihren eigenen Inhalt einzubauen, müssen Sie die HTML Dokumente sowie den Ordner "supp" (Ordner mit Bildern) können Sie durch Ihre eigenen HTML-Lerninhalte ersetzen. Die Datei "imsmanifest.xml" enthält die Verknüpfungs- und Beschreibungsinformationen der Inhalte. Die *.xsd Dateien sind Schema-Referenzen, die Sie nicht löschen sollten, die aber für den Moment nicht weiter interessieren. Wenn Sie die Datei "imsmanifest.xml" in einem Texteditor öffnen, so sehen Sie eine hierarchisch aufgebaute XML-Datei mit den drei Hauptknoten "metadata", "organisations" und "resources". Sie können das "imsmanifest" auch in einem Browser öffnen, die Bearbeitung ist dort aber nicht möglich.

Abbildung 6.2. Ausschnitt aus der Beschreibungsdatei (imsmanifest.xml)

Ausschnitt aus der Beschreibungsdatei (imsmanifest.xml)

  • Der Knoten "metadata" enthält Informationen wie Autor, Version, Sprache usw.

  • Der Knoten "organisations" enthält die Inhaltselemente, die jeweils einen Verweis auf die physischen Ressourcen enthalten.

  • Der Knoten "resources" enthält für jede Ressource (hier jede HTML-Seite) einen Eintrag.

Indem Sie die HTML-Dateien und die Bilder durch Ihre eigenen ersetzen und das "imsmanifest" auf Ihre Elemente anpassen, können Sie einfache Content Packagings in relativ kurzer Zeit selber erstellen. Wichtig ist, dass Sie die Elemente in "organisations" den richtigen Ressourcen in "resources" zuordnen.

Wenn Sie Ihr erstelltes Content Packging aus der Benutzersicht betrachten wollen, müssen Sie alle Dateien (HTML-Dateien, die nicht veränderten *.xsd und das "imsmanifest") zu einem Archiv zusammenfassen (zippen), als neues Content Packaging in die OLAT-Lernressourcen heraufladen und ausführen.

Abbildung 6.3. Erzeugen des Archivs mit WinZip

Erzeugen des Archivs mit WinZip

Problemquellen

  • Die Bilder erscheinen nicht, wenn das Content Packaging in OLAT ausgeführt wird. Vergewissern Sie sich, dass Sie die Bilder relativ zu ihrer physischen Position angegeben haben. Ist dies nicht der Fall, zeige die Bilder immer noch auf die Verzeichnisstruktur auf Ihrem lokalen Rechner. Im Feld (Image Location) sollten Sie folglich keine Angaben haben, die auf den vollständigen Pfad auf Ihrem Computer verweist. Unter Mozilla Composer erreichen Sie dies, indem Sie die Option "URL is relative to page location" wählen.

    Abbildung 6.4. Bilder müssen relativ zu ihrem physischen Speicherort angegeben werden

    Bilder müssen relativ zu ihrem physischen Speicherort angegeben werden

  • Sie erhalten eine Fehlermeldung beim Betrachten Ihres Content Packagings in OLAT: Häufigste Ursache ist, dass Ihre "imsmanifest.xml" Datei einen Fehler enthält. Versuchen Sie die Datei im Mozilla Browser oder Internet Explorer zu öffnen: Können Sie die Datei problemlos öffnen, ohne dass der Browser eine Fehlermeldung zeigt, liegt es wahrscheinlich nicht an Ihrem "imsmanifest". Wenn der Browser eine Fehlermeldung anzeigt, zeigt er Ihnen gleichzeitig, wo sich der Fehler in Ihrem "imsmanifest" befindet und Sie korrigieren müssen.

6.8.8. Automatisches Erstellen eines CP mit Dreamweaver Plugin Schritt für Schritt

Der kommerzielle HTML-Editor Dreamweaver von Macromedia bietet seit Oktober 2004 ein funktionstüchtiges Plugin an, mit dem Sie im Dreamweaver Content Packages erstellen können. Sie können das Plugin hier herunterladen.

  • Um die Erweiterung in Dreamweaver zu installieren gehen Sie folgendermassen vor: Befehle -> Erweiterungen verwalten (Macromedia Extension Manager) -> Datei -> Erweiterung installieren -> Neustart von Dreamweaver

  • Ein neues Content Package erstellen Sie folgendermassen:

    Im Menü öffnen Sie die Befehle -> "Content Packager for IMS..." -> "New", füllen im Fenster "Enter Course Properties" die benötigten Angaben aus (siehe Bild) und bestätigen Ihre Eingaben mit OK.

    Abbildung 6.5. CP erstellen (Button "New") und beschreiben (Fenster "Enter Course Properties").

    CP erstellen (Button "New") und beschreiben (Fenster "Enter Course Properties").

  • Ihr CP können Sie anschliessend beliebig strukturieren (mit "Add Container...") und Ressourcen hinzufügen (mit "Add Module...")

    Im Fenster "Create or Edit Course Manifest" können Sie mittels dem Befehl "Add Container..." ein neues Element zur hierarchischen Strukturierung und mittels "Add Module..." Inhalte hinzufügen.

    Module ID: eindeutiger Identifikator

    Module Title: Name, der in der Navigation erscheint

    Files: Ressourcen die angezeigt werden.

    Mit New... können Sie eine neue HTML-Datei erstellen, die nachträglich mit Dreamweaver bearbeitet werden kann. Achtung: werden mehrere Ressourcen hinzugefügt, wird nur die oberste angezeigt; die nachfolgenden müssen daher untereinander verlinkt sein.

    Abbildung 6.6. CP strukturieren und Ressourcen hinzufügen

    CP strukturieren und Ressourcen hinzufügen

  • Um eine neue Beschreibungsdatei zu generieren, müssen Sie "Create Course" drücken, um eine Änderung zu speichern wählen Sie "Update Course".

  • Damit alle Dateien als CP (im Zip-File-Format) verpackt werden, drücken Sie zuletzt "Package".

Eine detaillierte Beschreibung des Dreamweaver Content Packagers finden Sie in der Hilfe zum Plugin. Diese befindet sich an folgender Stelle: Dreamweaver -> Befehle -> Content Packager for IMS... -> Help.

6.8.9. Automatisches Erstellen eines CP mit dem Reload-Editor Schritt für Schritt

Der frei erhältliche Reload-Editor hilft Ihnen beim Erstellen eines Content Packages, indem er die Erstellung und Änderung der Beschreibungsdatei "imsmanifest.xml" durch eine grafische Oberfläche unterstützt und zusätzlich die Möglichkeit einer Vorschau bietet. Sie können die Software hier herunterladen. Der Editor ist in Java geschrieben und für alle Betriebssysteme erhältlich. Der Editor vereinfacht den Prozess des Content Packaging beträchtlich und sollte, wenn immer möglich, eingesetzt werden.

Der Editor unterstützt Sie nicht bei der Erzeugung des Lerninhalts, er kommt erst zum Einsatz, wenn Sie die Lerninhalte bereits erstellt haben. Nachdem Sie Ihre Lerninhalte in einem Ordner zusammengestellt und alle Bilder in einen Unterordner mit dem Namen "supp" geladen haben, starten Sie den Reload-Editor, wählen aus dem Menu File -> New -> IMS Content Package und geben den Ordner mit Ihren Lerninhalten an.

Der Editor präsentiert sich nach diesem Schritt folgendermassen:

Abbildung 6.7. Der Editor nach dem Öffnen des Ordners mit den Inhalten

Der Editor nach dem Öffnen des Ordners mit den Inhalten

Sie sehen Ihre HTML-Dateien und die automatisch erzeugte "imsmanifest" Datei, die sich in Ihrer Struktur auf der rechten Seite präsentiert. Als erstes sollten Sie dem Manifest durch Klicken der rechten Maustaste ein Metadatenelement hinzufügen.

Abbildung 6.8. Hinzufügen von Metadaten

Hinzufügen von Metadaten

Nach dem Hinzufügen können Sie die Metadaten durch Rechtsklick editieren und die wichtigsten Felder wie Autor, Version hinzufügen. Wenn Sie dies erledigt haben, schliessen Sie den Metadateneditor durch "ok". Nun können Sie Ihre Inhaltselemente (z.B. HTML-Seiten) den Ressourcen hinzufügen, dieser Vorgang wird durch "drag und drop" vereinfacht. Ziehen Sie Ihre Elemente auf das Icon Resources, danach präsentiert sich der Editor wie folgt:

Abbildung 6.9. Hinzufügen der einzelnen Ressourcen

Hinzufügen der einzelnen Ressourcen

Sobald Sie alle Ressourcen abgelegt haben, können Sie damit beginnen, diese zu strukturieren. Die Strukturierung geschieht über den Knoten "organisations". Sie können dem Knoten "organisations" Unterknoten hinzufügen. Diesem Knoten können Sie wiederum beliebig viele Unterelemente anfügen. Die hier erzeugte Struktur wird dem Benutzer später in seinem Browser angezeigt. Die Elemente können Sie beliebig benennen.

Abbildung 6.10. Hinzufügen eines Elements

Hinzufügen eines Elements

Abbildung 6.11. Element und Ressource verknüpfen (Schritt 1)

Element und Ressource verknüpfen (Schritt 1)

Indem Sie den Elementen (Items) eine Referenz (Referenced element) zuordnen, werden sie mit einer Ressource verknüpft.

Abbildung 6.12. Element und Ressource verknüpfen (Schritt 2)

Element und Ressource verknüpfen (Schritt 2)

Das Resultat präsentiert sich in der Vorschau folgendermassen (Icon mit grünem Buch drücken):

Abbildung 6.13. Vorschau durch Editor

Vorschau durch Editor

Nach dem Speichern haben Sie alle Informationen zusammengefasst und können diese nun in eine Zip-Datei verpacken (File -> Zip Content Package...) und als Lernressource in OLAT übertragen.